Südafrika-Exkursion des Instituts für Mineralogie und Lagerstättenlehre

Besuch Simon van der Steel mine

 Besuch der Simon van der Steel mine, Okiep Copper Distriet (Foto: Ramon Reifenroether) 

Am 22.09.2013 (Sonntag) begann für 12 Studenten, 3 Doktoranden und die beiden Betreuer PhD Annika Dziggel und Prof. Dr. F.M. Meyer eine spannende 2-wöchige Exkursion nach Südafrika. Nach einem 11,5 stündigen Flug von Amsterdam nach Kapstadt fuhren wir mit den angernieteten Wagen zur ersten Unterkunft, dem "Backpackers" in Stellenbosch, wo wir die ersten beiden Nächte verbrachten. Am Montag ging es dann direkt ins Gelände -Prof. Alex Kisters von der University of Stellenbosch führte uns zu interessanten Aufschlüssen in und um Kapstadt. Wir lernten viel über die regionale und historische Geologie Südafrikas mit Fokus auf Gegeben­heiten in Kapstadt, z.B. dem berühmten Tafelberg. Wir hatten noch Zeit für ein gemeinsames Mittagessen im "BIue Peter" Restaurant am Blouwbergstrand, mit Blick über die Table Bay auf den Tafelberg, zu dem die Klockmann-Stiftung eingeladen hatte. Nach mehr als 1.000 km Fahrt kamen wir am Dienstagabend in Kimber­ley an, wo wir am darauffolgenden Tag das Bergbau­museum am Big Hole besuchten. Dort wurden von 1871 bis 1914 Diamanten aus der Kimberlit Pipe gefördert.

Der dritte Exkursionspunkt war das Explorationscamp der Kumba Iron Ore Group, nahe der bereits aktiven Eisen­erzmine in Kolomela (süd-westlich von Postmasburg). Neben dem Bohrkernlager haben wir auch eine der zurzeit 25 aktiven Bohranlagen besucht. Bei dem Besuch der Black Mountain Mine in Aggeneys am Freitag war die Aufregung groß, als der Abbau 1.500 m unter Tage besichtigt wurde. Ausgestattet mit Overalls, Grubenlampen und Sicherheitsausrüstungen konnten wir 2,5 h die polymetallischen Pb-Zn-Cu-Ag-Vererzungen untersuchen. Im Anschluss erfuhren wir noch interessante Details über die Geologie in einer Präsentation in der Fir­menzentrale in Aggeneys. Nach Übernachtung in Sprinkbok standen am Samstag mehrere Aufschlüsse im Okiep Kupferbezirk auf dem Programm. Zum einen haben wir das Denkmal des Simon van der Stel besucht, der die erste Expedition in diese Gegend leitete, die zum späteren Kupferabbau führte. Zum anderen besuchten wir Aufschlüsse der orbikularen Granite sowie "Steep structures", Intrusionen der "basic bodies", die die Wirtsgesteine der Kupfermineralisation bilden. Der Sonntag war wieder ein kompletter Reisetag wir reisten aus Südafrika aus und fuhren nach Namibia zum Campingplatz in Namuskluft. Diese Übernachtung wird uns lange in Erinnerung bleiben, da es in der Nacht so stark stürmte, dass die Hälfte der Zelte dabei Schaden nahm. Ziemlich erschöpft durch den fehlenden Schlaf fuhren wir am Montag zur Skorpion Mine, wo supergene Zink-Vorkommen abgebaut werden. Nach einer geo­logischen Einführung durften wir in den Tagebau hinein fahren, von einem Aussichtspunkt alle Strukturen ansehen und schließlich sogar einige begehrte Handstücke wie Smithsonit und Hemimorphit auf den Abraumhalden sammeln.

kimberley diamond mine

Kimberley diamond mine (Foto: Normann Schadock)

Am darauffolgenden Tag verließen wir Namibia wieder und fuhren zu unserem Campingplatz in Vioolsdrift in Südafrika. Auf dem Weg dorthin sahen wir uns einige Straßenaufschlüsse entlang des Orange River an, wie z.B.

die spektakuläre Diskordanz zwischen den Quarziten der Nama Group und den Metavulkaniten der Orange River Group und besuchten einen Diamantenschurf. Am Mitt­woch, den 2.10.2013, reisten wir 400 km weiter Richtung Süden nach Vredendal, wo wir im "Vorgarten" des Explo­rationsbüros der Great Western Minerals Group übernach­teten. Nach einem beeindruckenden "Braai" (Grillabend) machten wir uns am Donnerstagmorgen auf, um das SEE­Explorationscamp in Steenkampskraal zu besichtigen. Die Geologen der Great Western Minerals Group führten uns unter Tage durch die vom ehemaligen Thorium­Abbau noch vorhandenen Stollen, wo wir eindrucksvoll die Monazit-führenden Erzbänder sowie aufgeschlossene Störungen beobachten konnten. Aufgrund der Strahlungs­belastung wurden wir hier mit spezieller Kleidung, Atem­masken und Strahlungsmessgeräten ausgerüstet. Das Duschen nach dem Minenbesuch war Pflicht. Am Abend durften wir unsere erste gemeinsame Weinprobe in Vredendal genießen, die von der Firma Tronox (Namakwa Sands) gesponsert wurde. Am Tag darauf besuchten wir dann unseren letzten Exkur­sionspunkt, Namakwa Sands in Brand-se-Baai an der Westküste Südafrikas. Wir konnten einen sehr guten Ein­blick in den Abbau der Schwermineralsande gewinnen und durften danach auch die Aufbereitungsanlagen besichtigen. Noch am selben Tag fuhren wir zurück zu unserem Ausgangspunkt, dem Backpackers in Stellenbosch. Die verbleibenden zwei Tage nutzten wir zur weiteren Erkundung Kapstadts. Am Samstag hatten wir Zeit uns in Stellenbosch umzusehen und nahmen an einer zweiten Weinprobe und einem Mittagessen teil, das von der Klockmann-Stiftung gesponsert wurde. Am letzten Tag der Exkursion ging es hinauf auf den Tafel­berg, für einige mit der Gondel, für andere zu Fuß. Trotz des starken Windes war der Ausblick über Kapstadt sehr beeindruckend. Am Abend des 06.10.2013 fuhren wir zum Flughafen in Kapstadt, lieferten die Mietwagen ab und traten dann um 23.30 Uhr den Rückflug nach Amsterdam an. Wir bedanken uns herzlich fur die großzü­gige finanzielle Unterstützung durch die Klockmann Stiftung, VAG und GDMB.

für die Exkursionsgruppe: Meike Peters

 

Die Klockmann Stiftung

Mit Mitteln des Klockmann-Fonds sollen vorzugsweise akademische Veranstaltungen und die Teilnahme von Studierenden daran, Lehreinrichtungen oder wissenschaftliche Projekte zur Mineralogie und Lagerstättenlehre an der RWTH Aachen zum Nutzen der Studierenden der Aachener Geowissenschaften unterstützt werden.