Klockmannit

Nach Friedrich Klockmann benannt

Klockmann Mineral webOriginal Klockmann'sche Mineralstufe mit Klockmannit (CuSe), schwarz-graue, derbe Mineralmasse im Zentrum, durchzogen von feinen Umangitäderchen (Cu3Se2).  Weiterhin treten Chalkomenit (CuSeO3·2H2O), blaugrün, Covellin (CuS), bläulich-violett und grobspätiger, gangförmiger Calcit (CaCO3),  weißlich bis cremefarbig, auf, der teilweise mit einem Belag von sekundärem Goethit (FeOOH) und Malachit Cu2[(OH)2|CO3] überzogen ist.

Diese Mineralstufe wurde von Friedrich Klockmann während seiner Tätigkeit an der  Königlichen Bergakademie Clausthal bearbeitet. In der 1981 veröffentlichen Schrift stellte er das darin von Ihm entdeckte und benannte Kupferselenmineral Umangit (Cu3Se2) vor. Das Material stammte aus der Schenkung des ehemaligen Studenten der Bergakademie und jetzt in Argentinien lebenden Hütten-Ingenieurs Emilio Hünicken. Als Fundort wurde fälschlicherweise die "Sierra de Umango" angegeben. Die Probe kommt höchstwahrscheinlich aus der Las Asperezas Silbermine in der parallel verlaufenden Bergkette der "Sierra de Cacho".

In der Nachbearbeitung des Klockmann'schen Originalmaterials, das sich in der Sammlung des Instituts für Mineralogie und Lagerstättenlehre der RWTH Aachen befindet, stellte Paul Ramdohr fest, dass das von Klockmann als Umangit bezeichnete Mineral nur untergeordnet auftrat, während die Hauptmasse aus einem bis jetzt noch unbekannten Material bestand. Nach eingehender optischer und chemischer Untersuchung wurde dieses Material als neues Mineral anerkannt, das Paul Ramdohr anlässlich des  70. Geburtstages von Friedrich Klockmann  ihm zu Ehren "Klockmannit" nannte.

Friedrich Klockmann: XVIII Mineralogische Mitteilungen aus den Sammlungen der Bergakademie zu Clausthal: 1. Über einige seltene argentinische Mineralien. Zeitschrift für Kristallographie, 1891,19, 265-275.

Paul Ramdohr: Klockmannit, ein neues natürliches Kupferselenid. Centralblatt für Mineralogie, Geologie und Paläontologie. 1928, S. 225-232

Die Klockmann Stiftung

Mit Mitteln des Klockmann-Fonds sollen vorzugsweise akademische Veranstaltungen und die Teilnahme von Studierenden daran, Lehreinrichtungen oder wissenschaftliche Projekte zur Mineralogie und Lagerstättenlehre an der RWTH Aachen zum Nutzen der Studierenden der Aachener Geowissenschaften unterstützt werden.